Unsere Projekte 4YOU und GidZ

Durch den veränderten Fokus in unseren Projekten und der damit verbundenen Herausforderung haben wir uns dazu entschlossen, die Projekte auslaufen zu lassen sowie die Räumlichkeiten am Schwanenwall aufzugeben und ein den aktuellen Entwicklungen angepasstes Angebot auf Gut Königsmühle zu schaffen. Wir bieten somit keine individuelle Beratung mehr an.

Sie haben Interesse an einem Gruppenangebot zu den Themen Bewerbung und Berufsorientierung? Melden Sie sich gern bei uns! Gerne gestalten wir Ihnen ein passendes Angebot.

Judith Hesselink

Pädagogische Leitung

Telefon: +49 (0) 231 / 93 69 00 72
Mobil: (0162) 5 98 96 98
Judith.Hesselink(at)helpandhope-stiftung.com

 

Nähere Informationen zum Verlauf der Projekte im Jahr 2019 finden Sie in den u.s. Zusammenfassungen.

4YOU 2019

Mit unserem Programm „4YOU“ möchten wir uns für junge Erwachsene einsetzen und sie im Rahmen eines Sprachkurses in Verbindung mit Maßnahmen zur Erstorientierung betreuen. So lautete zuletzt die Beschreibung unseres 4YOU-Programms. Aber zwei wesentliche Faktoren haben die Arbeit für junge erwachsene Flüchtlinge im vergangenen Jahr bestimmt: Das war zum einen der deutliche Rückgang der Flüchtlingszahlen und damit verbunden eine Verringerung von Neuaufnahmen in unser Programm. Zum anderen gab es eine deutliche Verschiebung unserer  Betreuungsschwerpunkte in Richtung Ausbildung und Beruf unserer Teilnehmer sowie zur weitergehenden Betreuung in Familie, alltäglichem Lebensumfeld und Bürokratiebewältigung bis hin zur Gestaltung einer Zukunftsperspektive.

Erfreulich war die Zahl von jungen Menschen, die wir in Praktika und Ausbildungsverhältnisse vermitteln konnten, einige von ihnen sind bereits im letzten Jahr der Ausbildung. Dabei geht es quer durch alle Berufe: vom Gas- und Wasserinstallateur, Kfz-Mechatroniker, Elektriker, Schreiner, Bürokauffrau bis hin zur medizinischen Fachkraft. Einige der Jugendlichen haben sich sogar für ein Abitur auf dem Berufskolleg entschieden.

Da es unser Programm nun schon einige Jahre gibt, gibt es nicht wenige unserer Teilnehmer aus der Anfangszeit, die inzwischen eine Familie gegründet und teilweise auch schon Nachwuchs bekommen haben. Hier haben wir praktische Hilfe bei Wohnungssuche und -einrichtung sowie den nicht immer einfachen bürokratischen Erfordernissen geleistet. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass wir – wie auch in den Vorjahren – immer vertrauensvolle Ansprechpartner für private Problemstellungen waren, bei denen wir so weit wie möglich Hilfestellung leisteten oder die Ratsuchenden an andere Institutionen vermitteln konnten.

Die Integrationsarbeit ist ein längerer Prozess und bei vielen Teilnehmern auch noch nicht abgeschlossen. Darüber hinaus waren wir als Ansprechpartner und Vertrauenspersonen auch stets ein Anlaufpunkt für offene Treffen und die Kontaktpflege der jungen Menschen untereinander. Bei offenen Gemeinschaftsveranstaltungen, wie zum Beispiel einem Besuch im Moviepark oder einer Weihnachtsfeier, hatten unsere Teilnehmer Gelegenheit, ihre Verbindungen und Bekanntschaften untereinander zu festigen.

Allgemein ist festzuhalten, dass der Betreuungsbedarf nicht mehr so groß ist wie in den vergangenen Jahren und viele unserer jungen Leute sich sprachlich sehr gut entwickelt haben und inzwischen meist gut allein zurechtkommen. Diesem Umstand wurde durch eine Verringerung des Betreuungspersonals Rechnung getragen. Für das kommende Jahr ist eine Fortsetzung dieser Entwicklung zu erwarten. Durch den sich weiter verringernden Betreuungsaufwand werden Kapazitäten für die Entwicklung von Angeboten und Programmergänzungen auf Gut Königsmühle entstehen. Wir befinden uns hierbei derzeit in einer Planungs- und Findungsphase.

GidZ 2019

Mit unserem Programm GidZ – Gemeinsam in die Zukunft - unterstützen und begleiten wir junge Erwachsene auf dem Weg in eine gute berufliche Zukunft. Auch 2019 hat das GidZ Jugendliche betreut, begleitet und beraten. Im Gegensatz zu den Vorjahren wurde 2019 eins besonders deutlich: Die Jugendlichen melden sich mit ganz anderen Problemen bei uns als noch im Jahr 2018.

Psychische Erkrankungen werden bei Jugendlichen immer häufiger. Im Jahr 2017 wurde bei einem Viertel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland mindestens eine psychische Erkrankung diagnostiziert. Die Ursachen dafür sind ganz unterschiedlich. Viele junge Menschen erhalten keine familiäre Unterstützung oder haben traumatische Erlebnisse in der Kindheit erlebt.

Diesen erschreckenden Trend haben wir auch in unserer Arbeit im GidZ feststellen können. Es haben viele Gespräche mit jungen Erwachsenen stattgefunden, die sich aufgrund psychischer Erkrankungen an uns gewandt haben. Wir betreuen nun viel mehr junge Erwachsene mit Sozialphobien, Depressionen, traumatischen Erlebnissen und Angststörungen. Gemeinsam mit Therapeuten stabilisieren wir die Jugendlichen, um als Fernziel eine Berufsausbildung anzustreben.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit lag auch in diesem Jahr auf der Stabilisierung junger Menschen. Gemeinsam haben wir Therapieplätze stationär, teilstationär und ambulant vermittelt, haben bei Wohnungssuchen unterstützt und bei Amtsgängen begleitet. Viele Jugendliche haben so den für sie passenden Beruf durch Praktika und Probetage gefunden, ihre schulischen Leistungen dank neuer Motivation verbessert und sich schließlich durch ihre Zielstrebigkeit auch ihren Ausbildungsplatz gesichert.

Im Jahr 2019 hat eine unserer GidZ-Jugendlichen ihre Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten erfolgreich abgeschlossen. Andere Jugendliche begannen Ausbildungen zum Operationstechnischen Assistenten sowie zum Automobilkaufmann.

Durch den veränderten Fokus in unserem Projekt und der damit verbundenen Herausforderung haben wir uns dazu entschlossen, die Räumlichkeiten am Schwanenwall aufzugeben und ein den aktuellen Entwicklungen angepasstes Angebot auf Gut Königsmühle zu schaffen. Kinder und Jugendliche sind heutzutage einer Vielzahl an Reizen und Stresssituationen ausgesetzt. Dem wollen wir entgegenwirken und mit unseren Angeboten auf Gut Königsmühle für Entschleunigung sorgen.

Selbstverständlich wird die Fürsorge der aktuell betreuten Jugendlichen weiterhin sichergestellt. Wir werden aber keine weiteren Jugendlichen in dem
bisher bekannten Projekt aufnehmen. Derzeit arbeiten wir an der Projektentwicklung, um genau dieses gesellschaftliche Problem, nämlich die ansteigende Zahl psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher, auf Gut Königsmühle anzugehen.